Forum der Interessengemeinschaft Altdeutsche Hütehunde

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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2013, 13:31 
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Junghund
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Registriert: So 29. Sep 2013, 18:58
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Habe wie in meiner Vorstellung schon beschrieben einen Border-Aussi- altdeutschen Hütehund Mix, die ich im alter von 4 Monaten bei einem Schäfer geholt hab. Lange Zeit ging ich davon aus, das ihr Verhalten auf mangelhafte Sozialisierung zurück zu führen sei. Ihre wurfgeschwisterchen (alle Aussi like) sind mit 8 Wochen schon weg, aber die kleine braune, die so gar nicht nach Aussi aussah, blieb allein mit ihren Eltern zurück. Der Zwinger stand bei den Schafen mitten im Wald, morgens machte der Schäfer die Türe auf (wohnt selbst 5 km entfernt),da durfte dann die kleine mit ihren Eltern bis abends im Wald rum jagen, abends Zwinger wieder zu. Menschen haben dort kein Zutritt, und ansonsten gibt es natürlich auch keine großartigen Umweltreize.
Naiv wie ich war dachte ich, als hütehundeerfahrene Hundesbesitzerin bekomm ich das schon hin (die vorherigen waren Border-Collies) und schließlich steckt die Rasse ja auch mit drin.
Musste aber leider schnell feststellen, das ich mit meinem Border wissen da nicht wirklich arg weit komm, da bei ihr der AH voll durchschlägt! Also beschäftige ich mich seid geraumer Zeit mit den rassetypischen Eigenschaften...und mir wird so einiges klarer. Wobei sich mir nun aber die Frage stellt, ob es dann überhaupt möglich ist so einen (faszinierenden) Hund überhaupt 100% ig gesellschaftsfähig zu bringen??? Oder in wie weit man ihr ihre über Generationen gezüchtete Eigenschaften nehmen kann/soll?
Macht mir bitte ein bißchen Mut ;-)

Lg corina


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Mo 30. Sep 2013, 13:31 


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2013, 14:12 
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Althund
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Registriert: Mo 7. Nov 2011, 09:12
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Lylou hat geschrieben:
Wobei sich mir nun aber die Frage stellt, ob es dann überhaupt möglich ist so einen (faszinierenden) Hund überhaupt 100% ig gesellschaftsfähig zu bringen??? Oder in wie weit man ihr ihre über Generationen gezüchtete Eigenschaften nehmen kann/soll?


Wie ist das zu verstehen?
Was für Probleme hast Du denn mit ihr?

Ich würde sowohl meine erste, als auch nun meine zweite Altdeutsche als 100%ig gesellschaftsfähig bezeichnen und kann Dir daher nicht so ganz folgen...

_________________
Wie viele Leute wissen von ihrem Hund nicht viel mehr, als was er gekostet hat.
(Horst Stern)


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2013, 14:41 
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Junghund
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Registriert: So 29. Sep 2013, 18:58
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Oh stimmt, hab ich vergessen, Sorry...also Problemchen haben wir so ziemlich alle die hier im Forum diskutiert werden, von jagen ( nicht reißen), über einen sehr hohen schutztrieb von uns und unseren Gegenständen (Haus, Auto etc), alles von sich und auch von uns fernhalten (andeutende Attacke), für Fremde oder auch schon bekanntere Menschen überhaupt nicht zugänglich, Probleme mit anderen Hunden...usw.
Da dies alles jedoch mehr oder weniger für die Hütearbeit gewollt/gebraucht wird, fragte ich mich in wie weit man die "selbständige Seite" gedrosselt bekommt?
Nicht falsch verstehen, ich arbeite sehr viel, geduldig und ruhig an unseren Problemchen, aber was mich schockiert ist z.b. Da jagen wir 2 Monate nicht mehr, können entspannt an jedem Raben vorbei laufen und kaum ist außer mir noch eine Person oder Hund dabei, geht's wieder los??? Dann fängste wieder von vorne an...gut man hat es nach 2-3 Tagen allein wieder im griff, aber Vertrauen kann man nicht drauf, sobald sie wieder nicht die volle Aufmerksamkeit hat, nutzt sie es aus und der trieb geht wieder mit ihr durch. Deshalb hab ich mich gefragt ob es überhaupt möglich ist, den starken trieb ( jetzt nicht nur aufs jagen bezogen) auf Dauer unter Kontrolle zu bringen.
Da ich eher der Typ bin, der Probleme nicht meidet, sondern eher angeht...würden mich positive Erfahrungsberichte natürlich freuen und mir Mut machen.
Und danke das ich gleich an gesellschaftsfähige geraten bin! Hast du Probleme gehabt sie soweit zu bringen?
lG Corina


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2013, 16:00 
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Beihund
Beihund

Registriert: Mi 7. Nov 2012, 15:03
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hmm, also ich wage mal zu behaupten das alles was du schreibst auch NICHT bei einem arbeitendem AH gewünscht ist.

ohne euch zu sehen ist es natürlich schwierig. das jagen in den griff zu kriegen ist der komplizierteste teil, da jagen selbstbelohnend ist. um das zu verhindern würde ich sie an die schleppleine nehmen und darüber das abrufen üben. wichtig ist das sie keinen erfolg mehr hat, je öfter sie es schafft zu jagen (dabei ist es völlig egal ob sie was erwischt oder nicht), desto schlimmer wird das verhalten.

zu dem rest: es klingt nach einem insgesamt unsicherem hund, vermittel ihr sicherheit. sag ihr deutlich das DU aufpasst und sie das gar nicht braucht. zu den fremden: warum muss sie sich von jedem anfassen lassen? freundliche ignoranz anderer menschen würde mir völlig reichen.

wie reagierst du in welcher situation? wie ist eure beziehung zueinander? wie lange hast du sie jetzt und wie alt ist sie nun (sorry wenn ich das überlesen habe)?


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2013, 16:41 
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Junghund
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Registriert: So 29. Sep 2013, 18:58
Beiträge: 18
Wohnort: Schwäbische Alb
Okay, ich seh schon, ich zäum das Pferd von hinten auf ;-) ...zurück zu Anfang.
Als Lylou ein halbes Jahr alt war ging es los, da hing sie zum ersten mal einem Besucher als er das Haus betreten wollte am Arm! Dazu beigetragen hat sicherlich auch mein 2. Problemhund, der zu diesem Zeitpunkt Besucher auch noch sehr laut begrüßte. Zwischenzeitlich sind wir soweit das ich sie auf ihren Platz schicke, und gut ist ( ok, bellen tut sie noch ab und an).
Gejagt hat sie von Anfang an ( wurde ja schließlich drauf geprägt), und ja wir haben sehr lange mit der schleppleine gearbeitet bis sie überhaupt mal ansprechbar war und darüber hinaus. Zwischenzeitlich ist sie bei Vögeln, Eichhörnchen wenn der trieb auch mit ihr durch geht, abrufbar ( aber wie gesagt, nur wenn ich allein oder mit zweithund mit ihr unterwegs bin, sobald jemand anders dabei ist nutzt sie es aus...und bleibt zukünftig wieder an der Leine).
Im ersten Jahr haben wir hauptsächlich an der Bindung, nachsozialisierung und Kommunikation gearbeitet, und ich würde mal sagen die ist soweit ok, also die Bindung, an der Kommunikation arbeiten wir natürlich weiterhin. Und natürlich auch an den Ruhephasen!
Und jaa! Sie ist sehr unsicher...wenn sie die Menschen nicht mit ihren heftig angedeuteten Attacken abschreckt, und diese weiterhin unbeirrt auf sie zu laufen, meidet sie und pinkelt sich ein!
Natürlich Versuch ich ihr Sicherheit zu geben, aber manchmal z.b. Bei Hundebegnungen lässt sie es mich nicht selber regeln, einmal steht sie artig hinter mich und schaut mir zu, das andere mal setzt sie mit ein, wenn ich freilaufende Hunde blockiere...tagesabhängig :-(
Menschenmengen (Stadt z.b) ist der totale Horror, da macht sie total dicht, weil sie völlig überfordert ist.
Sie ist jetzt 2 Jahre alt, und eigentlich sind wir nächsten Monat zur begleithundprüfung angemeldet, wo ich nur an einem Punkt Bedenken habe, die unbefänglichkeitsprobe (Richter liest den Chip ein)... Das macht sie bis jetzt noch nicht mit! Und nein, mein Hund muss sich nicht von jedem durchknuddeln lassen, mir würde es schon reichen wenn sie nicht jeden anpöbelt der auf sie zuläuft, oder mich anspricht [smilie=confused-smiley-013.gif]
Lg corina


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2013, 18:32 
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Welpe
Welpe

Registriert: Di 23. Aug 2011, 07:54
Beiträge: 6
Hallo Corina, ich habe seit knapp 4 Jahren einen Altdeutschen Tiger welchen ich auch erst mit 5 Monaten aus einer schlechten Haltung übernommen hab. Unsicherheiten sind auch bei ihm noch vorhanden. Ebenso das "Fremdeln", und auch das Verteidigen seiner Hündin oder von uns macht er ganz rassetypisch. Er hat aber ein gutes Sozialverhalten und hatte noch nie eine Beißerei. Er beläßt es bei Scheinattacken oder Imponiergehabe. Bei Angstauslösern konnte ich gute Erfolge mit "Zeigen und Benennen" verbuchen. Ich zeige ihm "Da kommt ein Mensch" (oder ein "Hund", oder...) und sobald er diesen anschaut, bekommt er ein Lob und ein Leckerchen. Dadurch entsteht zum einen eine positive Verknüpfung mit diesem Reiz (und damit eine gelassenere Stimmung) und zum anderen bleibt mein Hund ansprechbar für evtl. Abrufkommandos. Zudem richtet er sich deutlich besser nach mir aus, da ich dadurch zum "Barometer" werde, das ihm anzeigt, wenn etwas kommt. Wichtig ist, dass der Hund zum Zeitpunkt des Anschauens des Reizes noch nicht in Abwehrverhalten geraten ist, also wirklich nur ruhig am Schauen ist. Du musst also mit wachen Augen und in übersichtlichen Gebieten zunächst üben und für ausreichende Abstände zum Reiz sorgen. Unser Kommando "Hund - fein gucken" funktoniert auch im Auto ganz gut, wo er früher ins Toben geriet, sobald er eines anderen Vierbeiners ansichtig wurde. Bei Menschen sage ich oft nur "Fein gucken" sobald er jemanden komisch findet. Dann bekommt er ein Leckerchen und ich nehme ihn in ein Kommando, meist ein "Bei Fuß", machmal auch ein "Auf die Seite" zum Absitzen lassen, bis die Person vorbei ist. Ich lasse ihn sich also mit dem Reiz auseinandersetzen und locke ihn nicht einfach weg. Ein sehr positiv aufgebauter Grundgehorsam ist hierbei natürlich ein totales "Muss" wie eigentlich ja bei jedem Hund. Zu empfehlen ist als Hilfe auch das Clickertraining (mach einen Fernkurs bei Christina Sondermann, "Spaß mit Hund" - ist echt gut!). Das fördert das Nachdenken beim Hund und wirkt damit dem impulsiven Losschießen entgegen. Parallel dazu biete ich meinem Sunny Apportiertraining, Nasenarbeit und moderates Agility bzw. Longiertraining an. Ich kombiniere auch Elemente von allen drei. Spurensuche (Trailen) ist auch gut geeignet. Alle Beschäftigungen fördern die Kommunikation und das Vertrauen, sowie das Denkvermögen. Natürlich kannst Du Deinen Hund gesellschaftsfähig bekommen. Aber mehr noch als seine Rasse solltest Du seine späte Prägung und seine Jagderfahrung berücksichtigen. Ich konnte mit Verloren-Suche z.B. schon viel erreichen - hierbei "verlierst" Du einen Apportiergegenstand und schickst dann Deinen Hund den Weg zurück zum Suchen. Damit bleibt er auf dem Weg und hat eine Aufgabe. Zusätzlich läuft er die Strecke mehrfach und hat somit mehr Auslauf. Außerdem behält Dich immer im Auge, damit er schnell merkt, wann Du was verloren hast. Und die Nase muss er auch noch einsetzen - eine Super Beschäftigung (Apportieren vorrausgesetzt...). Du setzt somit einen Gegenpol zum Jagen, so ganz nebenbei beim Spaziergang.... Stadttraining würde ich erstmal ohne Menschenmassen üben, z.B. am frühen Sonntag Morgen. Mit kurzen Einheiten beginnen, langsam steigern und die Reize dosieren, viel schnuppern lassen... . Ich habe zudem eine Kommando für das Anstupsen meiner Hand trainiert. Dies gebe ich ihm, sobald er unsicher wird. Und die Wirkung ist gigantisch! - Wie, wenn er sich kurz ein bißchen "Mut holt" bei mir und dann weiter guckt. :-)))


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BeitragVerfasst: Mo 30. Sep 2013, 21:46 
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Junghund
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Vielen dank Claudia! Tolle Ideen! Werd ich gleich mal welche umsetzen ;-)
In der Stadt hab ich das letzte mal festgestellt das sie ruhiger wird, und sich langsam mit der Umwelt auseinandersetzt, wenn ich sie höher positioniere (also auf ne Erhöhung, Bank, etc setze) da könnt ich das "zeigen und benennen" Super mit anwenden...beim Gassi gehen (ich Nenn es zur zeit noch arbeiten gehen) bleibt sie zwischenzeitlich Autos, Radfahrern, Joggern und sonstigen Fußgängern gegenüber neutral, solange die nicht frontal bedrohlich auf uns zukommen und uns ansprechen. Wenn sie die "Objekte" sieht, bevor ich sie sehe, kommt sie auch von sich aus sofort zu mir, deshalb weiß ich nicht ob dort dann das " zeigen und benennen" noch sinnvoll wär?
Clickern tun wir auch, bzw. Ich hab ein markerwort, also "stups" kennt sie, aber es so mit einzubauen hab ich noch nicht versucht, hört sich aber sinnvoll an ;-).
Hab wieder vergessen zu schreiben was wir im 2. Jahr zur Auslastung und Festigung der Bindung alles angefangen haben. Vorab: alles in einem gesunden Maß, sehr ruhig und kontrolliert und drauf bedacht sie NICHT hoch zuspulen! Wir machen Agility, tricksen; Treibball und Longieren im Aufbau, und natürlich die normale Unterordnung (grundgehorsam). Mit der Nase arbeitet sie auch sehr gerne, haben wir aber gezielt bisher noch nix gemacht, aber werden beim laufen nun auch Gegenstände verlieren ;-) Dankeschön


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BeitragVerfasst: Di 1. Okt 2013, 09:42 
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Althund
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Claudia hat schon sehr tolle Tips gegeben!

Ich bin der Meinung, daß die "Probleme" Deines Hundes nicht aus der Rasse herrühren, sondern aus der entsprechenden Prägung in den ersten Lebensmonaten! Rassebedingt ist sicherlich der starke Trieb, denn darauf werden die Hüter ja selektiert.

Bzgl. des Jagdverhaltens kann ich Dir leider nicht weiter helfen, meine erste Altdeutsche Hündin hatte nullkommanull Jagdtrieb und die jetzige hatte genau 2x den selbstbelohnenden Erfolg (1x mit 5 Monaten, 1x mit 9 Monaten), danach habe ich das unmißverständlich und bedingungslos abgestellt (und nein, über die Art und Weise schreibe ich sicher nix öffentlich). Hat der Hund aber erst mal mehrmals Erfolg gehabt (nicht Erfolg im Sinne von erlegter Beute, sondern Erfolg im Sinne von Adrenalin- und Serotoninausstoß beim Hetzen), dann wird es ungleich schwerer, bzw. glaube ich fast, daß man es vermutlich komplett vergessen kann, den Hund von der Leine zu lassen. Aber vielleicht kommen ja noch Erfahrungsberichte von Leuten, die es geschafft haben.

Meine erste Hündin war einfach von sich aus der "perfekte Hund", das war ein Geschenk, das war nicht mein Verdienst (Bilder findest Du in meinem Thread "Hallo aus Mittelhessen").

Meine aktuelle Hündin ist schon vom Wesen her völlig anders (was ja total normal ist), sie ist unheimlich selbstbewußt und hat mich als Welpe (ich habe beide mit 8 Wochen geholt) und Junghund schier wahnsinning gemacht. Es war mir zwar schon klar, daß sie ein sehr, sehr schweres Erbe antritt, aber ich hatte nicht damit gerechnet, daß ich mir mit ihr so viel "erarbeiten" muß. Wir haben unheimlich viele verschiedene Kurse zusammen gemacht und ich habe mit jedem gemerkt, daß die Bindung besser wird. Zudem konnte ich so ausprobieren, was ihr liegt und was eher nicht (Sie ist ein echtes Treibball-Talent). Ein Kurs fand in einer Hundeschule statt, die nach "Natural Dogmanship" unterrichten, das "Konzept" ist so garnicht meins, aber einzelne Elemente fand ich echt sehr interessant. Die arbeiten z Bsp unheimlich viel mit "gemeinsamter Jagd" mit Futterbeuteln (ist nicht so einfach zu erklären) und (wenn ich es richtig verstanden habe) erklären dies damit, daß sie so dem Trieb des Hundes "entsprechen", gemeinsam mit dem Rudel (dem Hundeführer) auf die Jagd zu gehen, sodaß er nicht mehr alleine jagen "muß". Die gehen so ähnlich mit den Hunden um, wie Claudia das beschreibt. Zeigt der Hund irgendwas an (gespitze Ohren, gehobener Kopf), dann hebt der Mensch auch den Kopf, schaut dort hin, wendet sich zum Hund und sagt/signalisiert ihm "Ja, ich habs gesehen, gut angezeigt, jetzt wieder Ruhemodus einschalten". Unsichere aber auch dominante Hunde wurden auf den Trainigsplatz abgelegt, der Besitzer stand daneben, streckt sich, guckt in alle Himmelsrichtungen in die Ferne (absichern), umrundet dann ohne Hund den Platz und "markiert" (scharrt mit den Füßen) an verschiedenen Ecken.

Ich fand/find das recht strange aber man konnte den Unterschied erkennen. Dominanten Hunde, die vorher vor der Arbeit erstmal überall hin markiert hatten, haben es gelassen (weils der Mensch ja schon gemacht hatte) und unsichere Hunde hatten nicht (mehr so stark) das Bedürfnis, sich dauern absichernd umzuschauen.
Anwesende Menschen wurden dann in Anwesenheit des Hundes nochmal mit Worten und Handschlag begrüßt (um dem Hund zu signalisieren, daß der Mensch die Kontaktaufnahme regelt, er also nicht bellen/begrüßen/anspringen muß).

Vielleicht wären einzelne Elemente für Deinen Hund auch hilfreich?

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Wie viele Leute wissen von ihrem Hund nicht viel mehr, als was er gekostet hat.
(Horst Stern)


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BeitragVerfasst: Di 1. Okt 2013, 16:13 
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Beihund
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tina, das klingt interessant. witzigerweise ist mir beim lesen aufgefallen, dass ich zb das 'schauen wo der hase läuft' tatsächlich tue. vielleicht schaut flo mich deswegen jetzt immer an und spurtet nicht mehr sofort los wenn sie ein reh sieht? dann hätte ich ja intuitiv genau das richtige gemacht :)
das mit dem markieren klingt interessant, ich bin heute abend auf dem hundeplatz (wir schauen ob longieren was für uns ist), da werd ich das gleich mal ausprobieren (hoffentlich lachen die anderen mich nicht aus *giggel*)


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BeitragVerfasst: Di 1. Okt 2013, 21:31 
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Althund
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Es steckt halt schon ganz arg viel mehr dahinter, als das, was ich geschrieben habe. Seitdem ich auf diversen Hunde-Kursen/Seminaren war, kann ich sehr gut nachvollziehen, wie sich "Späteinsteiger"-Reiter bei unsren Reitkursen fühlen, wenn wir uns über diverse "Gurus" unterhalten :lol:

Wie gesagt, "meins" ist das nicht, bzw. finde ich das so, wie ich es dort erlebt habe, zu extrem. Aber es scheint schon gut zu funktionieren (auch das gemeinsame Jagen als highlight des Tages).

Sie sagen, daß Hunde viel mehr mitbekommen als man denkt (z Bsp wenn der Besitzer rumschaut und "Absichert") und ich könnte mir schon vorstellen, daß Flo ja ein Sinn fehlt, daß sie _noch besser_ beobachtet, wie Du Dich verhälts.

Googel doch einfach mal, ich bin mir recht sicher, daß das Natural Dogmanship ist, dieser Umgang miteinander (oder befragt mal die koppelexperten).

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